Dieses Jahr wurde die Vogelkirsche, im Volksmund auch Wild-, Hafer- oder Holzkirsche genannt, zum Baum des Jahres erkoren.
Die
lateinische
Bezeichnung ’avium’ ist
abgeleitet vom lateinischen
Wort avis = Vogel.
Die Gattung Prunus aus der Familie der Rosengewächse ist fossil bereits im Erdzeitalter ’Oligozän’ vor ca. 65 Millionen Jahren
nachgewiesen, bei uns in Mitteleuropa aber erst seit den Römern bekannt und kultiviert.
Für die Vermehrung der Kirschbäume sorgen hauptsächlich die Vögel, die sich an den reifen Früchten gütlich tun.
Aber auch
Fuchs, Dachs,
Marder und
Wildschweine sorgen mit
ihrem Kot für eine weite
Verbreitung der Kirschsteine.
Die Wildkirsche kommt in zwei verschiedenen Wuchsformen vor.
Im freien Gelände entwickelt der Baum einen eher kurzen Stamm mit einer
mächtigen Krone, in der Waldgemeinschaft einen geraden Stamm mit eher kleiner Krone.
So oder so ist die Wildkirsche auf den ersten Blick kein Baum der Rekorde.
Er wird
höchsten 20-25 m hoch, 50-60
cm stark und meistens nicht
älter als 80-90 Jahre.
Die Kirschbäume sind anfällig für Verletzungen aller Art.
Besonders markant ist dieser Blitzeinschlag in eine Wildkirsche auf dem Tössdamm, Nähe Kläranlage Pfungen.
Die verursachte Verletzung ist so stark, dass diese vom Baum nicht verkraftet werden kann,
es beginnt die Zersetzung und in wenigen Jahren werden wir nur noch den Stamm mit wenigen starken Ästen sehen.
Aber auch im Absterben bietet dieser Baum noch vielfältigen Lebensraum für eine grosse Zahl von Bakterien,
Käfern,
Raupen, Würmern und
Vögeln.
Unsere Tafelkirsche basiert vorwiegend auf der Wildkirsche.
Im Leben eines Kirschbaumes entstehen Millionen von Blüten, die wiederum tausenden von Insekten Nahrung bieten.
Tausende von Honigbienen sorgen während der Blütezeit für die unverwechselbare Musik,
die der aufmerksame Beobachter beim verweilen unter dem Kirschbaum hören kann.
In der
Blütezeit ist der Baum also
eine Bienenweide und in der
Reife eine Vogelweide.
Unser OV-Kirschbaum wurde vor ca. 20 Jahren im unteren Teil der Tössallmend gepflanzt und seit ca. 10 Jahren
erfreuen sich Mensch und Tier an den süssen Früchten.
Das Holz ist äusserst begehrt, hart, feinfasrig, rötlich bis goldbraun gefärbt und bestens polier bar.
Weltberühmte
Bibliotheken
sind zum Beispiel aus
Kirschholz gefertigt.
In der Naturheilkunde finden die Früchte, der Saft und die im Schatten getrockneten Fruchtstiele innerliche Anwendung.
Sie enthalten Gerbstoff, organische Säuren, Enzyme, Zucker, das Provitamin A und wirken erfrischend, abführend,
harntreibend und sind bei fieberhaften Erkrankungen sehr wohltuend.
